USB Network
USB Network ergänzt einen Netzwerkadapter am Rechner. Über dasselbe USB-C-Kabel erreichst du damit die Weboberfläche, OSC und Updates. Das MIDI-Kabel kann so zugleich die Netzwerkverbindung übernehmen.
Die Verbindung wird zum Ethernet-Port durchgereicht: Mit eingestecktem RJ45-Kabel erreicht der Rechner auch das angeschlossene Shownetz.
Verbinde den Rechner entweder über USB Network oder über seinen eigenen LAN-/WiFi-Adapter mit demselben Shownetz. Zwei parallele Wege können Verbindungen unzuverlässig machen; eine zusätzliche Netzwerkbrücke am Rechner kann eine Schleife verursachen. USB Network ist deshalb ab Werk ausgeschaltet.
Aktivieren
Unter Settings → USB Network den Schalter Enable USB Network aktivieren und Save & Reboot wählen. Connection guide & risks öffnet die Verbindungshilfe direkt in der Weboberfläche.
Alternativ am Stream Deck unter NET → USB NET ON / USB NET OFF umschalten. REBOOT? mit einem zweiten Druck innerhalb weniger Sekunden bestätigen. Beide Wege benötigen einen Neustart.
Nach dem Start sieht der Rechner MIDI und Netzwerkadapter gleichzeitig; im HID Mode entsprechend Tastatur/Maus und Netzwerkadapter. Das Netzwerk ersetzt die übrige USB-Funktion nicht. Ein Betriebssystem mit CDC-NCM-Unterstützung erkennt den Adapter ohne zusätzlichen Gerätetreiber.
Mit und ohne Ethernet
| Aufbau | Einrichtung |
|---|---|
| Ethernet am Shownetz | Der USB-Adapter des Rechners bekommt seine Adresse vom DHCP-Server im Shownetz oder benötigt eine passende feste Adresse. Die FrenschPress erreichst du unter ihrer Ethernet-Adresse. |
| Kein Ethernet-Kabel | Die direkte USB-Verbindung zur FrenschPress bleibt möglich. Ohne DHCP-Server am Rechner eine feste Adresse im selben Subnetz wie die statische Geräteadresse setzen. |
Beispiel für eine direkte Verbindung: FrenschPress 192.168.1.10, Rechner 192.168.1.20, beide mit Subnetzmaske 255.255.255.0. Für diesen direkten Weg ist kein Gateway nötig. Öffne http://192.168.1.10 oder, wenn die Namensauflösung funktioniert, http://frenschpress.local.
Der USB-Adapter hat eine eigene MAC-Adresse. Die FrenschPress behält ihre Ethernet-IP; sie bekommt für USB keine zusätzliche Geräteadresse.
Weitere Rechner-Netzwerke
Regel 1 — Immer nur ein Weg
Liegt WiFi oder der eigene LAN-Port des Rechners im selben Shownetz, diesen Weg vor der Verwendung von USB Network trennen. Eine zweite Verbindung ist keine automatisch eingerichtete Redundanz.
Regel 2 — Getrennte Netze sind unkritisch
Ein getrenntes Internet- oder Büro-Netz kann parallel bestehen. Prüfe dabei die Netzwerkrouten: Internetverkehr soll weiterhin über den passenden Router laufen. Verwende getrennte Adressbereiche.
Regel 3 — Beide Wege in einem Netz nur gebündelt
Soll ein Rechner tatsächlich zwei Wege ins selbe Netz nutzen, ist eine gezielt eingerichtete Aktiv/Passiv-Verbindung mit einer gemeinsamen logischen Adresse nötig. Lass diesen Aufbau vor der Show durch jemanden mit Netzwerkkenntnissen prüfen. Eine einfache Brücke oder zwei unabhängige Adapter sind dafür kein Ersatz. Die FrenschPress erkennt und unterbricht keine Netzwerkschleifen.
Grenzen
- USB Network verbindet USB und Ethernet, nicht WiFi.
- Die Verbindung dient der Steuerung; bei hoher Netzwerklast können durchgeleitete Pakete verworfen werden, damit Showsteuerung, MIDI und Timecode Vorrang behalten.
- Sehr große, fragmentierte Pakete an die FrenschPress selbst werden nicht zusammengesetzt. Ein übergroßer Ping ist daher kein geeigneter Verbindungstest.
Wenn es nicht funktioniert
| Symptom | Prüfen |
|---|---|
| Kein Netzwerkadapter am Rechner | Nach dem Umschalten neu gestartet? Datenfähiges USB-Kabel und CDC-NCM-Unterstützung vorhanden? |
| Adapter meldet keine Verbindung | USB-Kabel einmal trennen und wieder verbinden |
| Adapter hat keine nutzbare Adresse | Ohne DHCP-Server eine passende feste Adresse eintragen |
| FrenschPress erreichbar, übriges Netz nicht | Ethernet-Kabel und Link prüfen; ohne Ethernet bleibt es eine Direktverbindung |
| Verbindung wechselt zwischen funktionierend und gestört | Zusätzlichen LAN-/WiFi-Weg ins gleiche Netz trennen; siehe Regel 1 |